Die richtige Auflage bestimmen: klein oder groß?

Wie viele Exemplare lässt du drucken? Die richtige Auflage bestimmen ist eine Abwägung zwischen Kosten, Risiko und Nutzung. Zu viele und du bleibst auf Kartons sitzen; zu wenige und du musst teuer nachbestellen. Hier liest du, wie du die Auflage wählst, die zu deinem Ziel passt.

Die richtige Auflage bestimmen: kleine oder große Auflage?

Kleine Auflage (1–100)

Ideal, wenn du das Risiko begrenzen willst, ein Musterexemplar brauchst oder on demand veröffentlichst. Der Digitaldruck macht kleine Auflagen bezahlbar, mit etwas höherem Stückpreis, aber ohne Lagerrisiko. Bei größeren Auflagen wird oft auf Offsetdruck gewechselt, was den Preis pro Exemplar senkt.

Mittlere bis große Auflage (100+)

Bei größeren Stückzahlen sinkt der Stückpreis deutlich, besonders im Offsetdruck. Interessant, wenn du sicher weißt, dass du die Exemplare absetzt, etwa über einen Webshop, den Buchhandel oder eine Veranstaltung.

So triffst du die Wahl

  • Schätze realistisch, wie viele Exemplare du wirklich verkaufst oder brauchst.
  • Denk an Lagerung und Haltbarkeit deines Bestands.
  • Bestell im Zweifel erst eine kleine Auflage oder ein Musterexemplar.
  • Frag Preise für mehrere Stückzahlen an, um den Umschlagpunkt zu sehen.

Wir rechnen dir gern verschiedene Auflagen durch, damit du genau siehst, bei welcher Stückzahl du am günstigsten fährst.

Rechne mit deinem tatsächlichen Absatz, nicht mit deiner Hoffnung

Die Versuchung beim Bestimmen der richtigen Auflage ist, auf den Stückpreis zu schauen und dann etwas großzügiger zu bestellen. Fünfhundert Exemplare sind pro Buch schließlich viel günstiger als hundert. Diese Rechnung geht nur auf, wenn du sie auch wirklich los wirst. Bleibt die Hälfte liegen, hast du pro verkauftem Buch sogar mehr bezahlt, plus Lagerraum.

Mach deshalb zuerst eine nüchterne Liste: Wie viele Exemplare hast du zugesagt, wie viele verschenkst du an Familie, Presse oder Geschäftspartner, und wie viele erwartest du im ersten halben Jahr zu verkaufen? Zähl das zusammen und halte eine kleine Reserve. Diese Zahl ist deine Startauflage; alles darüber ist ein Glückspiel.

Klein anfangen geht immer

Weil wir ab einem Exemplar drucken, musst du diese Entscheidung nicht auf Anhieb richtig treffen. Fang mit einer Auflage an, die du sicher absetzt, sieh dir an, wie es läuft, und druck nach, sobald es nötig ist. Läuft das Buch besser als gedacht, wird eine größere Folgeauflage von selbst günstiger; läuft es schlechter, sitzt du nicht auf einem Dachboden voller Kartons. Ein zweiter Vorteil des kleinen Anfangs: Du kannst noch nachsteuern. Kleine Textfehler, ein Impressum, das nicht stimmt, oder ein Umschlag, der in echt enttäuscht, korrigierst du vor der nächsten Auflage statt danach.

Denk beim Nachdruck an die Lieferzeit und bewahre deine Druckdaten und die gewählte Papiersorte auf. Mit denselben Spezifikationen schließt eine zweite Auflage nahtlos an die erste an. Mehr zu dem Punkt, ab dem eine größere Auflage wirklich günstiger wird, liest du in unserem Artikel über Offset- und Digitaldruck.

Häufige Fragen zum Bestimmen deiner Auflage

Wie viele Exemplare soll ich drucken lassen?

Das hängt von deinem Ziel ab. Für den persönlichen Gebrauch reicht eine kleine Auflage; willst du verkaufen, richte deine Auflage nach einer realistischen Einschätzung deines Absatzes.

Ist eine große Auflage günstiger?

Pro Stück ja, aber nur, wenn du die Exemplare auch wirklich los wirst. Überschuss ist verlorenes Geld, schätze deinen Absatz also realistisch ein.

Kann ich klein anfangen und später nachbestellen?

Ja. Mit Print-on-Demand druckst du ab einem Exemplar und skalierst hoch, wenn dein Buch gut läuft.

Was ist eine sinnvolle erste Auflage?

Für ein Debüt oder eine Ausgabe im Eigenverlag liegst du oft zwischen 25 und 100 Exemplaren richtig. Genug zum Verschenken und Verkaufen, klein genug, um nicht auf Beständen sitzen zu bleiben.

Kostet Nachdrucken viel mehr als gleich groß zu bestellen?

Pro Exemplar etwas, weil dir die Vorteile einer großen Auflage entgehen. Dafür zahlst du nichts für Bücher, die liegen bleiben. Für die meisten Ausgaben fällt diese Rechnung zugunsten des Nachdrucks aus.